Schön wohnen mit Kindern: Wie Design und Familienalltag zusammenpassen

Schön wohnen mit Kindern: Wie Design und Familienalltag zusammenpassen

Wohnen mit Kindern und schön wohnen werden oft als Gegensatz behandelt. Als müsste man sich zwischen einem Zuhause entscheiden, in dem gelebt wird, und einem, das gefällt. Muss man nicht. Man muss nur an ein paar Stellen anders entscheiden als vorher – und die meisten dieser Entscheidungen fallen beim Material, nicht bei der Farbe.

Der eigentliche Schauplatz ist nicht das Kinderzimmer

Über Kinderzimmer wird viel geschrieben. Über das Wohnzimmer, in dem Kinder tatsächlich den größten Teil des Tages verbringen, kaum. Dabei liegt genau dort die eigentliche Aufgabe. Das Kinderzimmer darf bunt sein, chaotisch sein, sich alle zwei Jahre komplett verändern. Es ist ein eigener Raum mit eigener Logik und meistens einer Tür, die man zumachen kann. Der gemeinsame Wohnraum dagegen muss gleichzeitig funktionieren: für ein Kind, das auf dem Teppich baut, und für zwei Erwachsene, die abends dort sitzen. Das ist die interessantere Herausforderung.

Materialien, die Alltag können


Die erste und wichtigste Entscheidung ist nicht ästhetisch, sondern praktisch. Waschbar schlägt fleckenabweisend. Beschichtete Oberflächen halten eine Weile und sind dann irgendwann beschädigt. Textilien, die tatsächlich in die Maschine dürfen, halten Jahre. Die Frage vor jedem Textilkauf lautet deshalb: Kann ich das waschen, und bei wie viel Grad? Bei Teppichen gibt es inzwischen Modelle, die ausdrücklich als waschbar ausgezeichnet sind – der Hase Kinderteppich von Eulenschnitt zum Beispiel. Das ist ein echter Unterschied zum Teppich, den man nur professionell reinigen lassen kann. Bezüge statt Ganzheiten. Kissenhüllen lassen sich waschen und ersetzen, Kissen nicht. Ein Sofa mit abziehbarem Bezug ist bei Kindern nicht Luxus, sondern der Grund, warum es zehn Jahre hält. Struktur verzeiht mehr als Glätte. Ein Teppich mit lebendiger Struktur oder Melierung verzeiht Krümel und kleine Flecken deutlich besser als ein einfarbig heller. Dasselbe gilt für Textilien: Bouclé, grobe Webarten und Melangen sind im Alltag unauffälliger als glatte, einfarbige Stoffe. Und ein ehrlicher Hinweis zu hellen Farben: Sie sind nicht per se unpraktisch. Ein helles, waschbares Textil ist alltagstauglicher als ein dunkles, das nicht in die Maschine darf. Die Waschbarkeit entscheidet, nicht der Farbton.

Decken sind das beste Werkzeug, das du hast


Es gibt kaum ein Einrichtungsstück, das bei Kindern so viel leistet wie eine gute Decke. Sie schützt das Sofa, wenn nötig. Sie wird zur Höhle, zum Picknicktuch, zur Spielunterlage. Sie lässt sich waschen. Und sie sieht, richtig ausgewählt, einfach gut aus. David Fussenegger führt eine breite Auswahl an Kinder- und Babydecken aus Baumwolle und Wolle. Die Motive sind eher zurückhaltend gearbeitet als knallbunt – Wale, Füchse, Krokodile, Safaritiere. Solche Muster funktionieren im Wohnzimmer, weil sie sich in eine gedeckte Farbwelt einfügen, statt sie zu sprengen. Der praktische Trick: zwei Decken pro Kind. Eine ist in Gebrauch, eine in der Wäsche. Damit endet die Diskussion darüber, ob heute gewaschen werden muss.

Aufbewahrung ist die halbe Miete


Spielzeug im Wohnzimmer ist kein Problem. Sichtbares Spielzeug im Wohnzimmer ist eines. Die Lösung ist banal und funktioniert trotzdem: genug Behälter, Körbe und Dosen, und zwar solche, die als Einrichtungsgegenstand durchgehen. Körbe sind dabei unschlagbar, weil man Dinge hineinwerfen kann, statt sie einzuräumen. Das ist entscheidend – jedes Aufbewahrungssystem, das Sortieren verlangt, scheitert im Alltag. Ein Korb mit weiter Öffnung wird benutzt, eine Box mit Deckel und Beschriftung nicht. Boxen mit Deckel sind trotzdem sinnvoll, aber für anderes: für Sachen, die selten gebraucht werden, oder für Kleinteile, die sonst überall landen. Stapelbarkeit ist der unterschätzte Faktor. Zwei Körbe übereinander brauchen die Fläche von einem. Ein einfacher Maßstab: pro Kind ein Behälter im Wohnzimmer, groß genug für das, was am Abend herumliegt. Wenn das Aufräumen regelmäßig zur Aktion wird, fehlt meistens Volumen, nicht Disziplin. Wie sich das im ganzen Haushalt organisieren lässt, steht in unserem Beitrag „Ordnung und Stil“.

Farben und Muster: dosiert statt vermieden


Ein naheliegender Weg wäre, alles Bunte aus dem Wohnbereich herauszuhalten. Das kann funktionieren. Häufiger führt es aber zu einem Raum, der für Kinder ein bisschen streng ist – weil Farbe für sie schlicht wichtiger ist als für Erwachsene. Der bessere Weg ist Dosierung. Halte die großen Flächen ruhig – Sofa, Teppich, Wand – und lass die Farbe über kleine, wechselbare Dinge kommen. Ein Kissen, eine Decke, ein Bild auf Kinderhöhe, ein Korb in einem kräftigen Ton. Damit passiert etwas Praktisches: Die Farbe kann mitwachsen. Der Lieblingston ändert sich bei Kindern schneller als bei Erwachsenen, oft mehrmals. Wenn er in einer Kissenhülle steckt statt im Teppich, ist der Wechsel eine Frage von Minuten. Ein Detail, das leicht untergeht: Kinderhöhe. Bilder hängen üblicherweise auf Augenhöhe von Erwachsenen, also weit über dem Blickfeld eines Vierjährigen. Ein paar Dinge bewusst tiefer zu platzieren – ein Bild, ein Regalfach, eine Ablage – macht den gemeinsamen Raum tatsächlich gemeinsam.

💡Lisas Empfehlungen aus dem Sortiment

Mein Favorit ist das JUWEL Löwe Kinderdecken-Set von David Fussenegger, und zwar genau wegen der Zweierpackung. Eine Decke ist in Gebrauch, eine in der Wäsche, und die Diskussion darüber, ob heute gewaschen werden muss, erledigt sich von selbst. Das Motiv ist zurückhaltend genug, dass die Decke auch im Wohnzimmer über der Sofalehne liegen darf.
Dazu das JUWEL Tierform Kissen aus derselben Serie. Sonst rate ich immer zu Hüllen statt kompletter Kissen. Hier mache ich eine Ausnahme, weil ein Formkissen kein Bezugssystem ist, sondern ein Objekt. Es landet mal auf dem Sofa, mal auf dem Boden, mal wird es zum Kopfkissen beim Vorlesen.
Und fürs Kinderzimmer die Animals Kinderbettwäsche von Remember. Grafisch gearbeitet statt kindlich verspielt: Solche Sets tragen auch dann noch, wenn die aktuelle Lieblingsphase längst vorbei ist.
Drei Textilien, alle waschbar, alle mit ruhigen Motiven. Genau die Kombination, mit der ein Zuhause nach Familie aussehen darf, ohne dass der Wohnraum dabei verloren geht.

Lisa B., Category Management bei AMBIENDO

Kindersicherheit ohne Umbau


Ein paar Handgriffe sparen viel Ärger und kosten wenig Ästhetik. Kanten prüfen. Couchtische mit scharfen Ecken liegen genau auf Kopfhöhe eines Kindes, das laufen lernt. Ein Tisch mit gerundeten Ecken oder ein gepolsterter Hocker als Ersatz löst das dauerhaft. Standfestigkeit vor Schönheit. Hohe, schmale Vasen auf niedrigen Tischen fallen. Schwere Bodenvasen mit breitem Fuß dagegen stehen. Bei Kerzenhaltern gilt dasselbe. Zerbrechliches nach oben. Das ist der einfachste Trick überhaupt und macht die meisten Verbote überflüssig. Die untersten Regalbretter gehören Büchern, Körben und Holz. Glas und Keramik ziehen zwei Bretter höher. Und beim Geschirr: Melamin ist bruchfest und damit für Kinderhände angenehm, ohne nach Kindergeschirr auszusehen. Es gibt Tabletts und Geschirrteile in ganz erwachsenen Designs. Zwei Einschränkungen gehören allerdings dazu: Das Material verträgt weder Mikrowelle noch heiße oder stark säurehaltige Speisen. Für Frühstück, Obst und Snacks ist es ideal, für die dampfende Suppe nicht.